Ich war auf dem Founder Summit. Über 170 Aussteller, eine eigene AI Stage, hunderte Gründer unter einem Dach. Das Event hat geliefert — Energie, echte Gespräche, kein aufgeblasenes Bühnenformat.
Und trotzdem ist mir eine Beobachtung nicht losgelassen. Die ganze Rückfahrt nicht, und danach auch nicht.
KI war da. Aber sie war Randnotiz.
Eine AI Stage unter dem Dach einer Gründerveranstaltung dieser Größe — das ist erst mal gut. Mehr als viele Events bieten. Aber im Verhältnis zu dem, was gerade im Markt passiert, war das Signal dünn. Wenige Vorträge, von über 170 Ausstellern kaum einer mit echtem KI-Kontext. KI als Thema war vorhanden — aber nicht als Priorität.
„Über 170 Aussteller, eine eigene AI Stage – und trotzdem blieb KI Randnotiz. Warum das ein Symptom für ein größeres Organisationsproblem ist."
Das überrascht mich. Und es sagt etwas aus.
Warum das ein Problem ist — nicht nur ein Programmpunkt
Gründer bauen heute Organisationen in einem Moment, in dem die Spielregeln neu geschrieben werden. Laut BCG erzielen nur 5 % der Unternehmen KI-Wert in echtem Maßstab. Die anderen haben Tools, Piloten, Lizenzen — aber keine veränderte operative Realität. Das ist kein Technologieproblem. Das ist ein Organisationsproblem.
Und Gründer sind davon besonders betroffen. Wer eine Organisation von 15 auf 80 Personen skaliert, baut ohnehin ein neues System. Wer das ohne KI-Architektur tut, baut es zweimal.
Der Markt hat gelernt, wie man KI einführt. Was er noch nicht gelernt hat: wie man eine Organisation baut, die diese Intelligenz wirklich tragen kann.
Genau das hätte ich auf dem Founder Summit gerne als Hauptthema gesehen — nicht als Randprogramm.
Was die AI Stage hätte sein können
Ich kritisiere das nicht als Veranstalterkritik. Ich sage es, weil es ein Symptom ist, das wir überall sehen: KI wird als Technikthema behandelt, nicht als Organisationsthema. Deshalb landet es auf einer separaten Stage — statt in der Mitte der Diskussion darüber, wie Unternehmen wachsen, skalieren und Entscheidungen treffen.
Die Fragen, die Gründer heute am meisten beschäftigen sollten, sind keine Tool-Fragen. Sie sind:
- Wie baue ich eine Organisation, in der Wissen nicht mit einzelnen Personen geht?
- Wie treffe ich Entscheidungen schneller, ohne Kontrolle zu verlieren?
- Wie stelle ich sicher, dass meine KI-Investition tatsächlich EBIT-wirksam wird — und nicht in der Schublade landet wie 60 % der Transformationsprojekte?
Das sind keine Nischen-Themen. Das ist das Kerngeschäft.
Mein Fazit
Founder Summit — gerne wieder. Das Event hat was, und ich nehme echte Kontakte und gute Gespräche mit. Das zählt.
Aber ich wünsche mir für das nächste Jahr eine AI Stage, die nicht Beiwerk ist, sondern Hauptprogramm. Nicht weil KI ein Trend ist, den man abhaken muss. Sondern weil die Gründer, die heute ihre Organisationsarchitektur mit KI denken, in drei Jahren einen strukturellen Vorsprung haben werden, den man nicht mehr aufholt.
Den ganzen Eindruck vom Event — ungefiltert und direkt vor Ort — gibt es auch in unserem neuen YouTube Vlog: 👉 Hier geht''s zum Video
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